Unter
der augenscheinlich ästhetisch geglätteten Schönheit dieses
schlagzeuglosen Trios mit Flöte, Gitarre und Kontrabass entdeckt der
Zuhörer interessante Klangfarben und rhythmisch aufregende
Strukturen. Das Trio „Jeep“ hat seinen Namen einer Komposition John
Scofields entlehnt, die es dann auch beim Konzert der
Jazz-Initiative Mainz (jim) als Opener wählt. Die Eigenkompositionen
und Bearbeitungen der Standards von Chick Corea über Oscar Hernandes
bis zum Pianisten Bill Evans und dem Jazz-Rebellen Charles Mingus
wirken leicht und transparent, swingen immer. So pendeln die
Flötistin Stephanie Wagner, der Gitarrist Thomas Langer und der
Bassist Ralf Cetto zwischen Modern Swing und Latin.
Das Trio wagt bei seinen originellen Arrangements auch den Schritt
hinüber in die Pop-Szene zu den Beatles. Wagner lässt in „Come
together“ die Flöte dunkel timbiriert hörbar „atmen“, bläst das
Instrument in „Blackbird“ mal sanft in den Mitten, mal spitz in den
Höhen und lässt das Thema vibratoreich ausklingen. Variabel spielt
Thomas Langer die Gitarren, filigran zumeist, wechselt nach einer
getragenen Einleitung mit einer impressionistischen Klangfläche der
Flöte in „Some other time“ zwischen schnellen Single-Note-Trauben
und Akkord-Häufungen. Er fügt perlende Arpeggios ein oder schräge
Harmonien. Ralf Cetto, der dritte im Bunde des Swing-Trios, spielt
seinen Bass in der Regel gradlinig mit harmonischen Verzierungen, in
den Soli hin und wieder flinkfingrig in Melodielinien oder
raffinierten Akkord-Reihen.
In
manchen Passagen wirken die Trio-Arrangements fast einlullend wie
eine leichte Latin-Brise, bis diese Gefahr von aufregenden Soli
gebannt wird. Langer fasziniert mit einer getragenen und verspielten
Einleitung bei seiner Komposition „Traste vere“, mit der er zu
schwebenden Flötensounds überleitet, die wiederum von einem
sparsamen Bass-Fundament unterlegt werden. Mit leicht überblasenem
sowie in den Höhen beißendem Flötenspiel und rhythmischen Akzenten
auf Gitarre und Bass interpretiert das Trio „Danzos for my father“,
eine schnellere Salsa; leicht und tänzerisch mit erdigen Bass-Linien
wiederum die Cetto-Komposition „Johanna tanzt“.
„Jeep“ verlässt nie das sichere und wohlklingende Bett des Mainstream-Jazz, findet in diesem Fluss aber zeitgemäße Klangfarben, die es mit sensibler Dynamik und flirrenden Groove-Elmenten anreichert. Alles in allem ein Wohlfühl-Jazz, dessen Reize in den Details liegen.