
Nach einer Reihe von Jahren schloss der in Köln lebende Musiker das Kapitel RC&B und widmete sich mehr der klassischen Bigband-Besetzung - ohne zugleich in Nostalgie zu verfallen. Seine stilistische Offenheit als Komponist und Arrangeur ließen ihn zum Vorbild und begehrten Partner werden. Er arrangierte im Auftrag des Orchesterleiters Kurt Edelhagen mit Kollegen die Einzugsmusik für die Olympiade 1972 in München sowie lange Jahre die Bläsersätze für Udo Lindenbergs Panikorchester – um nur zwei Pole seines künstlerischen Schaffens zu nennen.
Sein besonderes Engagement galt in den Jahren seit der Gründung
des Bundesjazzorchesters (BuJazzO) dem Musiker-Nachwuchs. Das
BuJazzO entwickelte sich zur ersten Adresse für junge Jazzer mit
professionalem Anspruch und warb bei Konzertreisen rund um den
Globus für die deutsche Szene. Ende 2006 zog sich Peter
Herbolzheimer aus dem BuJazzO zurück und wandte sich einem
anderen „Lebensprojekt“ zu. Er formierte 2008 mit älteren
Freunden aus aller Welt, die Grey-Hair-Convention, die er mit
der Masterclass der besten jungen Jazz-Instrumentalisten aus
Europa zusammenführte.
Ohne ihn wäre aber auch der 2002 ins Leben gerufene und jetzt
im Deutschen Musikrat eingebettete Jugend-Bigband-Wettbewerb zum
Skoda-Jazzpreis nicht denkbar.
Es gibt kaum eine Bigband oder einen Bigband-Wettbewerb, bei dem
die Orchesterleiter nicht auf Herbolzheimer Arrangements
zurückgreifen. Auf diese Weise wird Peter Herbolzheimer auch
nach seinem Tod am 26. März in einem Kölner Krankenhaus in der
Jazzmusik präsent bleiben.