

Das Konzert am frühen Sonntagmittag begann mit einem erst Tags
zuvor einstudierten Stück, das inzwischen bei vielen
jugendlichen Jazzorchestern zum festen Repertoire gehört,
nämlich mit „Strike Up The Band“ des Arrangeurs Sammy Nestico,
von dem auch noch „A Pair Of Aces“ und „It’s Oh So Nice“
interpretiert wurden. Auf soliden Swing also ist der ganz in
schwarz gekleidete Pädagogenklangkörper primär ausgerichtet, und
da passten noch bestens Hits von Duke Ellington und Benny
Goodman hinein. Freilich brachte die Landeslehrerbigband zudem
Moderneres zu Gehör: Das von Wolfgang Dauner für das „Unit Jazz
+ Rock Ensemble“ verfasste „Ausgeschlafen“ und den
Beatles-Ohrwurm „Norwegian Wood“, blockflötenfrei arrangiert von
dem Emmendinger Saxofonisten Werner Englert, der früher in der
Anfangsformation der „LLBB“ mitmischte.

Klaus-Dieter Mayer
Eine doppelte Huldigung schließlich an den alt-modischen
Deutsch-Swing-Sänger Roger Cicero (mit rumänischem
Migrationshintergrund), vom ebenfalls glatzenbehüteten
Vokalisten Klaus-Dieter Mayer: „Zieh’ die Schuh’ aus“ und dessen
Adaption von Ellingtons „Do Nothin’ Till You Hear From Me“. Als
integrierte Bandsolisten brillierten vor allem der Trompeter
Volker Ehrlich, der Saxofonist, Flötist und Klarinettist Stefan
Zenth und auf der Posaune Christof Ruetz. Vor zwei Jahren errang
Ruetz mit der von ihm betreuten Big Band des Freudenstädter
Kepler-Gymnasiums beim baden-württembergischen Wettbewerb
„Jugend jazzt“ einen 1. Preis, nun traf er beim Konzert in der
Hohenlohe seinen alten Posaunenlehrmeister Georg Sima, früher
Leiter der Schwäbisch Haller Stadtkapelle.

Christof Ruetz
Eine getragene Feature-Nummer für Bassposaune im weichen Sound
war Roland Herter-Flöß gewidmet: „A Nightingale Sang In Berkeley
Square“. Der Michelbacher Musikererzieher hatte seine
Bandkollegen an seine Schule eingeleitet und so auch die
interessante und gut besuchte Matinee initiiert. Als äußerlichen
Dank für seine diversen Mühen übereichte ihm Schulleiter Jürgen
Oelschläger nach Konzertschluss eine wahrlich Aufsehen erregende
Sonnenbrille – mit aufgesetzter Miniatur-Jazzband.

Martin Keller
Auch Martin Keller aus Winnenden sorgt in Michelbach an der Bilz
für gediegene als auch für schräge Jazztöne. Bei Neal Heftis „Planky“,
einem Basie-Blues mit fünf b-Vorzeichen, stieß er als Gastsolist
mit seinem Tenorsax improvisatorisch heftig ins Horn.

Thomas Krisch
Zuverlässig im Hintergrund, aber mit keiner Solo-Performance
bedacht, wirkte Thomas Krisch am Kontrabass. Das Jazztalent aus
dem Schwarzwald erfreute sich bereits als Teenager in den
sechziger Jahren großer Publizität – zusammen mit seinen
Brüdern.
Trotz Hitze von über 30 Grad Celsius: Die gut gelaunte
Landeslehrerbigband ließ sich von den begeisterten Zuhörern noch
zu zwei Zugaben erwärmen. Dann ging es aber eilends nach Hause –
Unterricht vorbereiten und Zeugnisnoten ausdenken…
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Text und Photographie von
Hans Kumpf